Kurzfassung zur Podiumsdiskussion “Jagdpolitik”

am 7. Dezember 2023 in Oberkirch-Bottenau

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Kurzfassung zur Podiumsdiskussion “Jagdpolitik”

am 7. Dezember 2023 in Oberkirch-Bottenau

 

Etwa 100 Jäger, Landwirte und am Thema Interessierte waren zu Gast bei einer Podiumsdiskussion in Bottenau.

Der Oberkircher Landtagsabgeordnete Willi Stächele hatte zum Austausch von Informationen und Anliegen aus Jägerschaft und Landwirtschaft in die neu erbaute Rebberghalle in Bottenau eingeladen. Die Hauptrednerin des Abends war die CDU Landtags-Abgeordnete und Kreisjägermeisterin der Jägervereinigung Göppingen, Sarah Schweizer. Sie ist auch Fraktionssprecherin für Jagdpolitik, Landwirtschaft und Fischerei.

Auf dem Podium saßen neben Sarah Schweizer, Egon Busam, der Vizepräsident des badischen landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) und Georg Schilli, der Jägermeister der Jägervereinigung Offenburg.

Dieter Blaeß, der ehemalige Leiter der Abteilungen für Landwirtschaft, Jagd, Fischerei und Veterinärwesen im Regierungspräsidium Freiburg moderierte die Veranstaltung. Sarah Schweizer hielt ein Impulsreferat zu Bürokratieabbau, Problemtierarten in der Ortenau, Erweiterung des Nationalparks Nordschwarzwald und Waffenrecht.

In der anschließenden Diskussion und nach den vielfältigen Beiträgen aus dem Publikum ergaben sich folgende Handlungsvorschläge und Anfragen an die Landtagsfraktion der CDU:

1. Die Aufnahme der Saatkrähe ins Jagdrecht oder zumindest die Bejagung auf dem Verordnungswege zur Abwehr von Schäden in der Landwirtschaft (ähnlich der Kormoranverordnung) einzurichten, insbesondere in der stark von Saatkrähen betroffenen Oberrheinebene, dies würde zu einem wesentlichen Bürokratieabbau für die Verwaltung, Landwirte und Jäger beitragen.

2. Die Verlängerung der Jagdzeiten auf invasive Arten wie Waschbär, Nutria und Mink bis zum letzten Tag des Februars in die DFV zum JWMG aufzunehmen. Aufnahme des Goldschakals ins Jagdrecht.

3. Anwendung des Prinzips der Verhältnismäßigkeit bei Entscheidungen der unteren Waffenbehörde und Jagdbehörde bei nicht direkt sicherheitsrelevanten Verfehlungen in der Jagdwaffenhandhabung, da hier bisher leider regelmäßig nur maximale Sanktionen, wie ein langjähriger Jagdscheinentzug wegen Unzuverlässigkeit umgesetzt werden. Es sollte gegebenenfalls vor einer abschließenden Entscheidung zum Jagdscheinentzug ein neutraler sachkundiger Beirat beteiligt werden.

4. Der Wolf sollte in Baden-Württemberg ins Jagdrecht aufgenommen und der Wolf vom Anhang 4 in Anhang 5 der FFH Richtlinie verschoben werden, und damit auch die Feststellung getroffen werden, dass die nach Artenschutzrecht notwendige ausreichende Bestandshöhe des Wolfs in ganz Deutschland erreicht ist.

5. Das gleiche Vorgehen wie beim Wolf wäre für den Biber anzustreben.                          

6. Bei Überplanung des Nationalparks Nordschwarzwald sollte vor Beginn der Prozessschutzphase die wirtschaftliche und ökologisch sinnvolle Nutzung der Fichtenbestände erfolgen, insbesondere im geplanten Erweiterungsgebiet.

Für das geplante Erweiterungsgebiet, wäre als Alternative auch eine naturschutzvertragliche Lösung zu prüfen, um eine gute Verbindung zwischen den beiden bestehenden Nationalparkgebieten herzustellen.

7. Die Interessen des Rotwildes für ihre natürlichen Wanderungsbewegungen auch über das Gebiet des Nationalparks und des Rotwildgebietes Nordschwarzwald hinaus sind zu berücksichtigen und auszubauen.

8. Eine Förderung des Auerwildes durch Bejagung der Prädatoren sollte auch im Nationalpark Nordschwarzwald sichergestellt werden.

Sarah Schweizer versprach, die Anliegen mit in die Landtagsarbeit der Fraktion mitzunehmen. Beim Waffenrecht sah sie es schon als Erfolg an, wenn keine weiteren Verschärfungen zu Lasten der legalen Waffennutzer stattfinden.

Viel Applaus gab es für die Jagdhornbläsergruppe des Hegerings Hinteres Renchtal für ihre jagdmusikalischen Darbietungen und für die Kolleginnen und Kollegen von der Feuerwehr Bottenau im gastronomischen Service.