Jahreshauptversammlung 2019

Der Wolf und die Afrikanische Schweinepest beschäftigen die Jäger der Ortenau. Das verdeutlichte die Jahreshauptversammlung der Jägervereinigung Offenburg, die am Freitagabend im Hotel Hirsch in Bad Peterstal-Griesbach stattfand. Bei beiden Themen blickten die Jäger besorgt in die Zukunft. Von Katharina Reich

Erstellt am 29.03.2019

Bad Peterstal-Griesbach. Der Jägervereinigung Offenburg gehören die Hegeringe Offenburg, Gengenbach sowie Hinteres und Vorderes Renchtal an. Dementsprechend konnte Kreisjägermeister Georg Schilli viele Jäger bei der Versammlung begrüßen. Nach der musikalischen Eröffnung durch die Jagdhornbläser aller Hegeringe und der Begrüßung durch Bad Peterstal-Griesbachs Bürgermeister Meinrad Baumann übernahm Hans-Jürgen Schneider das Wort. Das Präsidiumsmitglied des Landesjagdverbands berichtete unter anderem zu zwei Themen, die nicht nur die Jäger umtreiben. Allem voran der Wolf: Schneider erwartet einen eklatanten Zuwachs von Wölfe in der Region, da sich die Population um 25 bis 30 Prozent pro Jahr vermehren könne. In einigen Jahren könnten daher 2.000 bis 3.000 Wölfe in Deutschland unterwegs sein. Die Politik verschließe sich dieser Prognose. Schneider fordert daher, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen. „Eines Tages wird man uns Jäger bitten, uns um den Wolf zu kümmern“, sagte Schneider, der um die Offenhaltung der Landschaft fürchtet. Ebenfalls nicht ausreichend gerüstet sieht Schneider das Land im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest. Hier forderte er vom Kreis, eine kostenlose Entsorgungsmöglichkeit für den Aufbruch von Wildscheinen bereitzustellen. Die erste wird im Mai (hoffentlich) an der Straßenmeisterei beim Flugplatz in Offenburg bereit stehen.

Manfred Just, Obmann für Biotope, hatte zur Versammlung Dieter Prahl vom Verein „Rehrettung Hegau-Bodensee“ eingeladen. Der Verein rettet seit 2015 mit einer Drohne und einer Wärmebildkamera Rehkitze vor dem grausamen Tod durch die Mähmaschine. In den frühen Morgenstunden überfliegen die Rehretter die zu mähende Wiese mit der Drohne, spüren die Rehe auf und holen sie aus der Wiese. Im Jahr 2018 hat der Verein so 58 Kitze und einige andere Tiere gerettet. Der Verein möchte diese Art der Tierrettung landesweit etablieren. Die  JV OG prüft die Voraussetzungen, ein solches Projekt in ihrem Bereich zu starten. Ehrenamtliche und Hobby- Drohnenpiloten sollen angesprochen werden.

Kreisjägermeister Georg Schilli stellte in seinem Grußwort die Unterstützung des Landes bei der Vermarktung von Wildbret vor. Für die Vermarktungsoffensive habe das Land eine Stelle beim Landesjagdverband eingerichtet. Außerdem warb Schilli für die Messe „Wild und Fisch“, die vom 29. bis 31. März in Offenburg stattfindet.

Der Altersdurchschnitt der Jäger ist hoch. Um für junge Leute attraktiver zu werden, hat die Jägervereinigung Offenburg die Mitgliedsbeiträge für Schüler, Auszubildende und Studenten bis zum Alter von 25 Jahren  reduziert. Statt 95 Euro zahlen sie nur noch den reduzierten Beitrag von 65 Euro, gab Schriftführerin Petra Kratzmeier bekannt.

Die Jahreshauptversammlung bot auch den Rahmen für die Ehrung verdienter Mitglieder. In Anerkennung für die Verdienste um die Erhaltung des jagdlichen Brauchtums wurden die Jagdhornbläser Werner Kempf, Andreas Braun, Uwe Baumstark, Gerd Münchenbach und Christoph Steger geehrt. Die bronzene Verdienstmedaille erhielten die Vorstandsmitglieder Klaus Schwarze, Martin Sester, Ulrich Welde und Gerd Münchenbach.

Bild 1: Hans-Jürgen Schneider, Präsidiumsmitglied des Landesjagdverbands, sprach über den Wolf und die Afrikanische Schweinepest.

Bild 2: Über eine Ehrung durften sich freuen: v.l. Klaus Schwarze, Martin Sester, Kreisjägermeister Georg Schillli, Werner Kempf, Gerd Münchenbach, Uwe Baumstark, Ulrich Welde, Christoph Steger und Andreas Braun.

 

Erstellt am 05.04.2019
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