Rehkitzrettungsgruppe der Jägervereinigung Offenburg

Einsatzgebiet im Bereich der JV OG vom Renchtal über Offenburg bis ins Vordere Kinzigtal
Einsatzzeiten von der Morgendämmerung bis ca. 9 Uhr

Erstellt am 22.05.2020

Ab Mitte Mai bis Mitte Juni ist die Setz- (Geburts-)zeit des Rehwilds. Die  (1-2, selten 3) kleinen Kitze werden von der Rehgeiß gerne im hohen Gras der Wiesen abgelegt, wenn sie selber sich zur Nahrungsaufnahme, der Äsung, entfernt; alle 3 – 4 Stunden erscheint sie wieder, um nach ihnen zu sehen und zu säugen. Vor ihren Fressfeinden sind sie gut geschützt: geruchlos und mit den weißen Tarnflecken sind sie kaum wahrnehmbar, und bei Gefahr ducken sie sich noch tiefer und regungslos in ihre Grasmulde. Nun hilft diese instinktive Taktik leider gar nicht bei den schnellen und breiten Kreiselmähwerken, wenn die Wiesen im Frühjahr gemäht werden.

Die Folgen: 100 000 Kitze werden jedes Jahr in Deutschland vermäht und sterben qualvoll. Absuchen der Wiesen mit Helferketten und Hunden, empfindliche Spezialdetektoren an den Mähwerken, das Vergrämen (Verjagen)  in der Nacht vor der Mahd mit optischen und akustischen Warnzeichen, dass die Geiß ihren Nachwuchs erstmal in Sicherheit in den Wald bringt, hat nur mäßigen Erfolg. Selbstverständlich sollte dem Landwirt die Mähtaktik sein: immer von innen nach außen zu mähen, damit das Wild noch in Deckung aus der Fläche flüchten kann. Weit vielversprechender ist der Einsatz von modernster Wärmebildtechnik an Drohnen.

In der Rehkitzrettungsgruppe der Jägervereinigung Offenburg haben sich die Drohnenpiloten intensiv auf die diesjährige Mähsaison vorbereitet: dazu zählen der Drohnenpilotenschein, Haftpflichtversicherung, viele, viele Übungsflüge, Erstellung von Flugplänen, und Koordinierung der Helfereinsätze. Als Sponsor der teuren Drohne mit Wärmebildtechnik konnte in Gengenbach die Schwarzwaldapotheke gewonnen werden, Weidmannsdank!

Der Ablauf:

-Anmeldung der Wiese mit genauer Lage

-am besten bis zum Abend vor der Mahd, da Suchflüge nur sinnvoll in den Morgenstunden (Temperaturgradient zwischen Gras und warmem Kitzkörper)

-Information des zuständigen Jagdpächters (Zustimmung und evtll. Mithilfe)

-am frühen Morgen Treffen vor Ort mit den Helfern

-Suchflug; bei Kitzfund werden Helfer an das Lager dirigiert, die es dann mit Handschuhen aufnehmen und in Sicherheit bringen

-die Wiese sollte dann innerhalb 3-max. 4 Stunden gemäht werden, Kitze werden danach freigelassen,  Kitz und Geiß finden sich immer (Lockfiepen)

-das Rettungsteam kann zügig weitere angemeldete Flächen aufsuchen

-da die verfügbare Zeit begrenzt ist, gilt: wir planen den Einsatz möglichst im engeren Umkreis

-wir können nur eine gewisse Anzahl von Flächen befliegen, daher müssen wir vielleicht auch später eintreffende Anfragen erstmal abweisen.

Wichtig: Die Rehretter engagieren sich unentgeltlich. Für laufende Kosten und die Anschaffung weiterer Technik sind allerdings Spenden gefragt. Als anerkannter Naturschutzverein stellt die JV OG gerne Spendenquittungen aus, die steuerlich absetzbar sind. Bis 200 € reicht die Vorlage des Überweisungsbelegs (Stichwort: Rehkitzrettung der JV OG). Wer uns beim Aufbau weiterer Gruppen unterstützen möchte, ist herzlich willkommen.

 

Rehrettung in der Jägervereinigung Offenburg

Einsatzgebiet im Bereich der JV OG  vom Renchtal über Offenburg bis ins Vordere Kinzigtal

Einsatzzeiten von der Morgendämmerung bis ca. Uhr

Anfragen vom Landwirt UND vom Jagdpächter nötig

Kontakt: Tel. 0179 974 24 14

Georg Schilli

Kreisjägermeister der JV OG

 

 

PS. Beim ersten Suchflug am 19.5. um 6 h 30 konnten wir das erste Rehkitz sichern, und es konnte nach der Mahd wohlbehalten zur Geiß wechseln.

Erstellt am 22.05.2020
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