"Mit dem Titel „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“ eröffnete die Jagdhornbläsergruppe die Versammlung des Hegerings Hinteres Renchtal. In seinem Grußwort ging Jörg Peter als stellvertretender Bürgermeister von Oppenau auf die Aufgabe „der Hege und Pflege unserer Wälder“ ein, welche von den Jägern übernommen werde. Das Fleisch der getöteten Tiere habe eine „hervorragende Qualität“ und das Töten sei in diesem Fall ein „Beitrag zur Regionalität“. Er lobte außerdem die Zusammenarbeit innerhalb des Hegerings im Renchtal.
Hegeringleiter Simon Schmiederer leitete mit der Feststellung, dass zumindest in Teilen des Hegerings Rotwild vorkomme („Besonders in den Teilen, die an den Nationalpark grenzen“) über zum Themenschwerpunkt des Abends. In einem Referat mit dem Titel „Wanderhirsche“ berichtete Simon Boos vom Landesjagdverband Baden-Württemberg über die gesetzlichen Änderungen, die mit der neuen Rotwildverordnung in Kraft getreten sind.
Er referierte über ihre Hintergründe und die Frage, ob diese neue Verordnung ausreiche, „damit sich das Rotwild im Land Baden-Württemberg wieder so vernetzen kann, dass es langfristig überleben kann, ohne dass es genetische Ausfälle gibt“. Im Lande gebe es fünf Rotwildgebiete, erklärte Boos, die voneinander räumlich abgetrennt seien. Bislang habe es ein Abschussgebot für Rotwild gegeben, das sich außerhalb der ausgewiesenen Gebiete aufhielt. Wie in genetischen Studien nachgewiesen worden sei, habe sich dadurch eine deutliche genetische Differenzierung zwischen den Rotwildpopulationen in den einzelnen Gebieten ergeben. Um den Austausch des Erbguts und damit die genetische Vielfalt und auch die Überlebensfähigkeit des Rotwildes zu erhöhen, sei das Abschussgebot aufgehoben und faktisch durch ein Abschussverbot für männliches Rotwild zwischen den einzelnen Gebieten ersetzt worden. So sollen „Wanderhirsche“ als „Schlüssel für genetischen Austausch“ ihre Gene in die Nachbargebiete tragen, erläuterte Boos. Dies bedeute für die Jäger, junge männliche Hirsche zu schonen, um starke und wanderfähige Exemplare heranwachsen zu lassen. Wichtig sei, so Boos, eine verstärkte revierübergreifende Zusammenarbeit der Hegeringe und eine gesicherte Datenerfassung der Abschusszahlen.
„Vernetzung beginnt nicht auf dem Papier, sondern in unseren Revieren“ rief er zur aktiven Mitarbeit auf. Die Regulation der Rotwildpopulation solle bei den weiblichen Tieren ansetzen, und auch die Belange von Waldbesitzern und Landwirten sollten mit berücksichtigt werden, mahnte Boos. Wichtig sei nun ein Monitoring, das aufzeige, welche Auswirkungen die Änderung der Rotwildverordnung habe.
In seinem Jahresrückblick betonte Simon Schmiederer, bei der Trophäenschau gehe es „um die Tradition in der Jagd, aber auch einen gewissen Respekt dem Wildtier gegenüber“. Wildökologisch könne die Schau Hinweise über die Altersstruktur und eventuelle Abnormitäten sowie Trends über die Jahre hinweg geben. Schmiederer erinnerte an absolvierte Termine wie das Hegeringsschießen, die Beteiligung am Shopping- und Genießertag Bad Peterstal, die Jubiläumsfeier der Jagdhornbläser oder auch das gemeinsame Ansitzen mit ganz jungen Interessenten im Rahmen des Kinderferienprogramms.
Über aktuelle jagdpolitische Fragen sprach der stellvertretende Kreisjägermeister Gerd Münchenbach. Er ging auf Saatkrähen, Wolf, Luchs, Biber und Exoten wie den Waschbären ein und sprach zur Nutzung moderner Medien an, die seiner Meinung nach immer wichtiger würden.
Gemeinsam mit Hegeringleiter Simon Schmiederer zeichnete Münchenbach langjährige Mitglieder des Hegerings Hinteres Renchtal mit der Treuenadel des Deutschen Jagdverbandes aus. Für 25 Jahre wurde Martin Huber geehrt. Seit 50 Jahren sind Werner Huber und Karl-Dieter Panter Mitglied. Und bereits seit 60 Jahren gehören Franz Braun und Ludwig Mayer zum Hegering.